Schriftgröße: Lupe Lupe 

Die Mammographie


Was ist eine Mammographie?

"Mamma" ist das lateinische Wort für Brust: "Graphie" ist griechischen Ursprungs und kann mit Aufzeichnung oder Darstellung übersetzt werden.
Die Mammographie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brust als Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Tumorerkrankungen. Sie bietet allen Frauen die Möglichkeit als Ergänzung zur Tastuntersuchung bei minimaler Strahlenbelastung das Risiko einer zu spät erkannten Krebserkrankung zu verringern.

Wie funktioniert eine Mammographie?

Eine Untersuchung der Brust besteht in der Regel aus vier Elementen:
der Tastuntersuchung, der Mammographie selbst, der Auswertung der Bilder durch den Arzt und dem Gespräch über das Ergebnis der Untersuchung zwischen Patientin und Arzt.

Bei der Mammographie wird versucht, ein möglichst genaues Bild von der Brust zu erhalten. Dazu wird die Brust zwischen eine Röntgenröhre und einen Röntgenfilm positioniert und vorsichtig komprimiert.
Die Röntgenstrahlung, die durch das Gewebe dringt, schwärzt den Röntgenfilm und erzeugt dadurch das Röntgenbild. Dabei können auch feine Unterschiede in der Dichte und Zusammensetzung des Gewebes sichtbar gemacht werden. Dabei ist die Bildqualität um so besser und die Strahlenbelastung um so geringer, je mehr die Brust komprimiert wird, was von einigen Patientinnen als nicht angenehm empfunden wird.


Von jeder Brust werden in der Regel 2 Bilder aus schräg zueinanderstehenden Blickwinkeln angefertigt, von oben und von der Seite. Durch den Abgleich dieser beiden zweidimensionalen Schwarzweißbilder von den einzelnen Geweben der Brust, also Fett-, Binde- und Drüsengewebe, kann der Arzt einen räumlichen Eindruck der Gewebestrukturen erhalten. Bei bestimmten Fragestellungen wird eine weitere Projektion senkrecht zur Körperachse (mediolaterial) angefertigt.

Im Prinzip kann die Untersuchung zu jedem Zeitpunkt durchgeführt werden. Der patientenfreundlichste Zeitpunkt aus medizinischer Sicht ist die Woche nach der Menstruation, da dann das Brustgewebe durch hormonelle Einflüsse weicher und druckunempfindlicher ist, was, wenn möglich, bei der Terminplanung berücksichtigt werden sollte.
 



Mammasonographie

Ultraschallbild einer Zyste in der Brust

 

Ultraschallbild eines Fibroadenoms

 

Punktion eines Herdes mit einer Nadel


Unter Umständen kann als Ergänzung zur Mammographie eine Ultraschall-Untersuchung der Brust (Sonographie) sinnvoll sein. Diese Untersuchung kann unklare Auffälligkeiten in der Mammographie manchmal schnell abklären und ist eine wichtige ergänzende Untersuchung zur Mammographie bei vielen Frauen.

Die Sonographie beruht auf der Anwendung von Ultraschallwellen im nicht-hörbaren Bereich. Das Verfahren arbeitet also ohne Belastung durch Röntgenstrahlen und kann unbedenklich auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden.
In einem so genannten "Schallkopf" werden Ultraschallwellen erzeugt, die die von einem Generator kommenden elektrischen Impulse in Schallwellen umwandeln. Diese Schallwellen dringen in den zu untersuchenden Körperteil ein und erfahren dabei, je nach Zusammensetzung des Gewebes und der Grenzflächen Absorption, Streuung, Reflexion oder Brechung in unterschiedlichem Maße.
Jetzt wirkt der Schallkopf als Empfänger und nimmt die von der Materie reflektierten Schallimpulse wieder auf. Dabei erzeugt er eine eklektische Wechselspannung, die vom Computer durch die Berechnung der Laufzeit des ausgesandten Signals und der Intensität des empfangenen Echos in ein Live-Bild umgewandelt wird, das auf einem Monitor gezeigt oder ausgedruckt werden kann.
Als schnelle und komplikationslose Methode wird die Sonographie fast in allen medizinischen Fachdisziplinen angewandt, weshalb sie auch gelegentlich als das "Stethoskop des 20. Jahrhunderts" bezeichnet wird.


Sollte sich ein Befund in der Brust befinden, der genauer abgeklärt werden muss, kann eine Feinnadelpunktion oder eine Hochgeschwindigkeitsstanzbiopsie durchgeführt werden. Dabei wird unter Ultraschallsicht und meist nach einer örtlichen Betäubungsspritze Gewebe oder Flüssigkeit aus der Brust entnommen, um die Probe einem Pathologen zur mikroskopischen Untersuchung zuzuschicken.